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20.08.05

nach 11 stunden flug und einer guten stunde fahrt vom flughafen zu unserem hotel „colonial palladium grand resort“ (all inclusive!) kamen wir dort gegen 17 uhr an. mit uns fuhr noch eine familie aus stuttgart (zwei der drei kinder etwa so in meinem alter), die zum gleichen hotel wollte.
die ersten eindrücke konnten gemacht werden: in der lobby gemütliche sitzgruppen um einen brunnen, darüber palmendach. an der rezeption bekamen wir einen begrüßungsdrink. nach dem einchecken ging´s mit einem golfwagen zu haus 21. die anlage besteht ja aus mehreren häusern (dreistöckig), in denen die hotelzimmer sind. auf dem bild unten seht ihr eines dieser häuser.
auf dem zimmer angekommen, wurden erstmal unsere koffer ausgepackt und geduscht um für´s abendessen frisch zu sein. es gab asiatisches buffet (sushi war auch dabei!), das motto ändert sich ja jeden abend. nach dem essen hab ich an der bar noch nen tequila und nen mojito getrunken. auf der theaterbühne nebenan wurde gesungen und salsa getanzt. auch dort ist jeden abend eine andere mottoshow zu sehen.
ziemlich müde bin ich dann so gegen halb 12 ins bett gefallen.




21.08.05

mir hat´s hier von anfang an gefallen, meine eltern ließen sich allerdings erst an diesem morgen überzeugen. das frühstücksbuffet war ja auch der reinste wahnsinn!!! mein persönliches highlight dabei sind die frischen säfte, die ein mexikaner vor deinen augen mixt. es gab orange-ananas, rote beete-karotte-apfel, sellerie-apfel-petersilie, orange-wassermelone und banane-milch. so lecker!!!
unser haus ist sehr zentral, wie ich nach dem frühstück herausfand. Man braucht zwei minuten zum pool und von dort aus weitere drei minuten zum strand, der traumhaft ist! der sand ist weiss, das wasser hat eine angenehme temperatur, ist türkis, klar und wunderbar weich! ich hab gleich mal einen strandspaziergang gemacht, was ich auch jeden tag mindestens ein mal machen werde *g*

mittags hatten wir ein begrüßungsgespräch mit einer angestellten von neckermann. sie stellte uns einige möglichkeiten für tagesausflüge vor. eigentlich würden wir auf der rundreise ja noch genügend sehen, aber ein ausflug hörte sich so toll an: „trainer for a day“. wie der name schon sagt, ist man einen tag lang ein delphin-trainer. als kleinen bonus kann man dann auch noch mit seelöwen schwimmen. das werde ich dann wohl in der letzten woche machen (wir sind ja eine woche hier im hotel, machen eine woche rundreise und kommen anschließend noch mal für eine weitere woche zurück).

es gibt hier ja drei buffetrestaurants und vier à la carte (ein mexikaner, ein steakhouse, ein italiener und ein japaner). Wenn man eine woche im hotel ist, bekommt man drei gutscheine für die à la carte-restaurants. wir haben gleich unsere reservierungen gemacht. heute waren wir beim italiener, der sehr gut war.




22.08.05

in méxico kann es dir durchaus passieren, dass du in der dusche stehst, dich gerade einseifst und dann plötzlich erst das licht ausgeht und dannach kein wasser mehr aus dem hahn kommt...
tja, und nun!?
meine mum hat mir aus der minibar, die alle drei tage kostenlos frisch aufgefüllt wird, eine flasche mineralwasser gegeben – eisig kalt, versteht sich!!
strom und wasser gingen dann erst wieder, als wir vom frühstück kamen.

nach meinem alltäglichen strandspaziergang saß ich ne weile am pool rum, die drei stuttgarter waren auch im wasser und wir kamen etwas ins gespräch. die kleine (lisa) ist 11, die mittlere (bettina) 15 und der älteste (tobi) ist fast 19. abends hab ich mich dann mit tobi und bettina an der bar getroffen um noch bissel was zu trinken.




23.08.05

der strandspaziergang gestern war zwar mal wieder sehr schön (hab viele tolle muscheln gefunden), aber dafür hab ich mir auf den füßen einen richtig bösen sonnenbrand eingefangen. das brennt wie feuer! deswegen bin ich heute kein einziges mal am strand gewesen und hab mich viel im schatten aufgehalten. sonst ist nicht viel spannendes passiert, bin halt den ganzen tag am relaxen! *g*

achso, an der pool-bar waren tini, tobi und ich mittags noch mit 2 russischen amerikanerinnen, weil morgen der letzte tag von der einen ist. haben dann so diverse cocktails ausgetestet... aber das zählt ja auch zum relaxen




24.08.05

*gähn* ich war so müde, dass ich heute etwas länger geschlafen hab. wurde halt etwas später *g*
hab mich mit tini und tobi mal wieder in der bar getroffen und eine neue leidenschaft entdeckt: rainbow-shots!!! :D wir haben ca. 7 runden gemacht. das ist echt ne gute alternative zu tequila, der hier erstaunlicherweise gar nicht schmeckt (der ist so leicht golden und sie servieren ihn mit limette. ich finde das passt gar nicht!! ich will normale zitronen!! ).

aww, mein körper fühlt sich an als würden millionen ameisen drüber laufen! ich dachte erst ich hätte so viele mückenstiche, aber da war nix, nur leicht rot. dann dachte ich, es wär sonnenbrand, aber ich hab außer an den füßen eigentlich keinen. meine mum hat sich das eben mal angeschaut. ganz klar, es ist eine sonnenallergie, die durch meine sonnencreme in verbindung mit der sonne entstanden ist!
ich darf jetzt nur noch sonnencreme ohne parfüm und konservierungsstoffe nehmen. Zum glück hatten wir solche auch dabei! das ist so unangenehm, ich hoffe es geht bald weg!

im steakhouse, wo wir heute abend waren, war´s nicht so prickelnd. ich hab ein lachsstek mit gemüse gegessen, das einzigste auf der karte, was ich essen konnte. meine eltern wollten da halt unbedingt rein. Zum glück hat es ihnen aber auch nicht so geschmeckt, also muss ich da nicht noch mal hin! *g*



hier war ein barkeeper am werk, der die rainbows nicht so ganz konnte. geschmeckt haben sie aber trotzdem! später seht ihr mal echte rainbows


25.08.05

meine sonnenallergie hat mich heute ganz schön geplagt. das schlimmste ist, du denkst an nix böses und plötzlich bekommst wieder einen anfall. das kommt so schubweise. es ist echt zum verrücktwerden, ich könnte manchmal im quadrat springen!
ich finde das schon schlimmer als sonnenbrand, wobei ich davon in den letzten tagen auch verschont blieb. wenigstens etwas

ans meer hab ich mich heute auch wieder getraut, sogar ins meer! war echt schön. an der einen stelle wo alle baden waren voll viele fische. später bin ich noch an einer anderen stelle ins wasser, da bin ich aufm spaziergang vorbeigekommen. diese stelle ist unheimlich toll: das wasser ist ziemlich weit ganz hellblau-türkis und klar, außerdem ist dort kein anderer mensch!

das show-cooking beim japaner war ganz gut. es gab sushi, eine vorspeise (ich hab suppe gegessen) und dann kam der koch, der das hauptgericht vor unseren augen am tisch gekocht hat. das war richtig interessant, der hat da voll seine show abgezogen. ein dessert gab es dannach natürlich auch noch. es war schon gut, aber die auswahl an vegetarischen gerichten ist nicht so groß, dass ich da noch mal hinmuss.






27.08.05

ab heute beginnt die rundreise, werde also jetzt mehr zu erzählen haben! gegen 14 uhr ging es mit einem minibus noch zu einem anderen hotel, jemanden abholen und dann weiter nach cancún zum flughafen. dort haben wir unseren reiseleiter ernesto und die anderen mitreisenden getroffen. insgesamt sind wir 16 leute. vom flughafen aus ging es mit einem großen reisebus, mit dem wir die ganze woche fahren werden, nach valladolíd ins hotel. es war dort auch schon zeit für´s abendessen. Anschließend sind wir noch etwas herumgelaufen (hauptsächlich um mir in einer apotheke was gegen meine allergie zu kaufen. ich hab auch schon das gefühl, dass es seither besser ist), aber nicht so lange, muss ja morgen früh um 6 uhr aufstehen. oje, das gibt wieder ne umstellung so früh aufzustehen...

unser hotelzimmer ist zwar recht komod, das darf man natürlich nicht mit unserem hotel vergleichen, wo wir die ganze woche über waren. trotzdem ist es aber schön und gemütlich! ganz wichtig: man darf die zähne nicht mit dem wasser ausm hahn putzen, sondern muss wasser aus flaschen benutzen!




28.08.05

nach kurzem und nicht so gutem schlaf bin ich um 6 uhr aufgestanden. das war schon irgendwie hart, bin dann natürlich gleich im bus eingeschlafen! *g*
unseren ersten halt machten wir in chichén itzá, einer tempelstadt. mir ging´s anfangs nicht so gut, weil mir irgendwie vom frühstück schlecht wurde. ich konnte deswegen leider auch nicht so gut aufpassen, was ernesto über den mayakalender erzählte. Ich hab nur soviel mitbekommen, dass an der pyramide 52 platten sind, 52 wie die wochen im jahr. ansonsten konnte man überall an den alten gemäuern schlangen und jaguare sehen. die punkte vom jaguar stehen für die sterne am himmel.

das ist schon irgendwie interessant, deswegen hab ich auch gleich mal im reiseführer nachgelesen, was ich bei der morgendlichen führung nur mit halbem ohr mitbekommen hab (meine zusammenfassung):

chichén itzá liegt zwischen mérida und cancún und wurde von der unesco zum weltkulturerbe ernannt. die gut erhaltene stätte zeigt eine symbiose von maya- und toltekenkunst. chichén itzá erlebte zwei blütezeiten: in der klassischen periode zwischen 550 und 900 n.chr. siedelten die maya in chichén itzá. die stätte wuchs zum geistlichen und wirtschaftlichenzentrum des maya-tieflandes.
in der zweiten besiedlungsphase um 1000 n.chr. wanderten die tolteken ein. ihr oberhaupt wurde von den maya als kukulcán (= gefiederte schlange) bezeichnet.
neusiedler nannten die stätte chichén itzá, was übersetzt der brunnen der itzá heisst.

die 30 m hohe pirámide de kukulcán besteht aus neun plattformen, die zum tempel hinaufführen und die neun unterwelten der maya verkörpern.91 stufen führen auf jeder der vier seiten nach oben.
4 x 91= 364
zählt man den tempel auf der oberen plattform mit, so ergibt sich die zahl der tage eines sonnenjahres, nämlich 365.

beachtenswert sind auch die schlangenköpfe der gefiederten schlange, die am fußende der treppe angebracht sind. zwei mal im jahr - jeweils zur tages- und nachtgleiche am 21. märz und am 23. september - ereignet sich ein misteriöses schauspiel: die von 12-17 uhr herrschenden licht- und schattenzonen erwecken die schlange zum leben. es entsteht der eindruck, als ob sich ein riesiges reptil die treppe hinunterwinden würde.

von der pirámide de kukulcán führt eine ehemals gepflasterte straße zum heiligen brunnen, der namensgeber der stätte ist. bei dem kreisrunden opferbrunnen handelt es sich um eine doline im kalkstein. in chichén itzá gibt es zwei solcher sogenannten cenotes. während einer der wasserversorgung diente, war dieser von religiös-kultischer bedeutung. laut überlieferungen der maya und tolteken fanden in trockenzeiten menschenopfer statt um die gunst des regengottes wiederzugewinnen.

nordwestlich des castillo trifft man auf den juego de pelota, den 91 m langen und 36 m breiten ballspielplatz. er zählt zu den größten aller bisher entdeckten plätze.
in einer höhe von über 7m befinden sich zwei steinringe, durch die der ball vermutlich geschossen werden musste. die fresken über den ringen stellen das rituelle ballspiel dar.

ballspielplätze findet man in den meisten archäologischen anlagen. sie haben allerdings unterschiedliche formen (rechteck, t-form, doppelte t-form) und größen. die wände des platzes waren bei den mayas stets schräg, während die azteken senkrechte wände hatten. seit der zeit der tolteken wurden an den oberkanten der beiden längswände steinerne ringe angebracht.
über das ballspiel (aztekisch = tlachtli) ist jedoch nicht allzu viel bekannt. es gab vermutlich zwei mannschaften zu je drei bis sieben spieler, die den kautschukball in der luft halten mussten, da der ball wohl die sonne symbolisierte, der den boden nicht berühren durfte. die spieler mussten den ball mit hüfte und ellbogen antreiben. am ende eines jeden spieles kam es zu opferhandlungen (dies lassen die reliefs, die messer, abgeschnittene köpfe und blut zeigen, vermuten), bei denen wahrscheinlich der sieger sein leben ließ.










nach einer kurzen mittagessenspause in einem restaurant, indem die bedienungen ab und zu mit gläsern und flaschen auf dem kopf tanzen, ging es weiter nach mérida, der hauptstadt von yucatán (= staat in méxico), wo wir das regierungsgebäude besichtigt haben und noch etwa eine stunde zeit hatten um uns die stadt näher anzuschauen. im regierungsgebäude konnte man gut an einem wandgemälde (= el mural) erkennen, dass die maya für jede himmelsrichtung eine farbe hatten. der norden wird weiss, der süden gelb, der osten rot und der westen schwarz dargestellt.
ernesto erklärte uns, dass in méxico die meisten straßen gar keine namen, sondern zahlen haben. da wohnt man dann in der „calle 13“ oder so.
auf dem marktplatz spielt jeden samstag und Sonntag von 17-21 uhr eine band. alle leute tanzen zu mexikanischer musik. wir hatten das glück, das noch mitzubekommen. steffi, ein mädel aus unserer gruppe (sie ist auch 19 jahre alt), wurde sogar von einem mexikaner zum tanz aufgefordert.

mérida ist wegen der farbe ihrer häuser auch als „die weisse stadt“ bekannt. auch ihre bewohner, von denen es 1 mio. gibt, tragen weisse kleidung. die traditionelle tracht besteht aus einem weissen hängekleid mit bunter bestickter passe. im zentrum der stadt liegt die plaza mayor. an der nordseite der plaza befindet sich der palacio del gobierno (= regierungsgebäude), der mit eindrucksvollen murales von fernando castro pacheco ausgestattet ist, für die dieser zur fertigstellung etwa ein vierteljahrhundert benötigte.
die casa de montejo, der frühere wohnsitz des stadtgründers, beherbergt heute eine bankfiliale. eine besondere sehenswürdigkeit der stadt ist der paseo montejo, ein breiter, von bäumen flankierter boulevard, der der champs-elysées ähnelt.


so gegen 18 uhr fuhren wir weiter nach uxmal zu unserem hotel. seit wir unterwegs sind, trage ich irgendwie ständig ein leichtes übelkeitsgefühl in meinem magen. bei jedem essen ist wohl immer was dabei, das mir zu schaffen macht.

auf dem weg zum hotel erfuhren wir, wie mexikanische feste gefeiert werden und dass es ein gesetz gibt, das restaurants in méxico vorschreibt, jeden tag mindestens vier stunden livemusik zu haben. so ein gesetz sollte es mal bei uns geben! *g*








29.08.05

gleich nach dem frühstück gings auf zur nächsten maya-stätte uxmal. uxmal bedeutet „drei mal ernte“ oder auch „drei mal gebaut“. die erde dort soll nämlich sehr fruchtbar sein.
zuerst bekamen wir eine kleine einführung in die geheimnisse der tequila-herstellung. tequila wird aus der agarve-pflanze gewonnen. dabei muss man besonders aufpassen, dass die flüssigkeit zweimal destilliert wird, denn sonst kann der tequila tödlich sein! es gibt also besondere vorschriften und sicherheitskontrollen.
die mexikaner unterscheiden den tequila in drei arten: jungen (weiss), mittleren (gold-gelblich) und alten (braun). je älter, desto besser und natürlich auch teurer (ähnlich wie beim wein ).
außerdem trinken die mexikaner den tequila normal nicht wie wir mit zitrone und salz, sondern mit einem glas „sangrit“. das ist tomatensaft mit tabasco. die reihenfolge des trinkens ist dabei egal.

uxmal hat so ziemlich allen besser gefallen als chichén itzá, da die anlage viel schöner, gepflegter und natürlicher ist. auf ihr leben sehr viele leguane.
chichén itzá ist halt mehr turistisch, überall auf den wegen sitzen leute, die ihr zeug verkaufen wollen (tücher, kleider, figuren, schmuck…).
die gebäude in uxmal sahen auch ganz anders aus, da sie im puuc-stil gebaut wurden. die verzierungen sind immer oben am gebäude. erkennungsmerkmale sind auch kleine, runde säulen und gitter in x-form, die lediglich zur verzierung dienen und sonst keine funktion haben.
häufig zu beobachten war auch die darstellung des regengotts chac mit seiner langen rüsselnase und dem weit geöffneten rachen, der z.b. die treppe der pirámide flankierte. die mayas hatten ja über 144 000 verschiedene götter.

vom eingang der anlage gelangt man zunächst zur pirámide del enano, der pyramide des zauberers. ungewöhnlich ist ihr ovaler grundriss. zudem besteht sie aus fünf ineinander verschachtelter tempel und dokumentiert eine bald 300-jährige baugeschichte (ca. 700-1000).
insgesamt 118 besonders steile führen zur plattform auf 38m höhe.

nordwestlich des tempels liegt die casa de las monjas (= nonnenkloster), eine rechteckige anlage, die sich um einen großen patio gruppiert. die spanier gaben dem bauwerk seinen namen, da sie die vielen kleinen räume mit klosterzellen assoziierten.

der palacio del gobernador zählt zu den aufwendigsten gebäuden der region. die aussengestaltung des 100m langen palasts wird von einem etwa 3m hohen mosaikfries von chac dominiert. jede der regengott-masken trägt auf dem unterlid das symbol der venus. 20000 steine (jeder zwischen 20 und 60kg schwer) bilden die über 200 chac-masken, sowie die kreuzornamente und mäander.

puuc bedeutet „land der niedrigen hügel“, eine bezeichnung für eine reihe von flachen kalksteinhügeln im nordwesten der yucatán-halbinsel, eine gegend, in der während der postklassischen periode mehrere prosperierende städte zu überregionaler bedeutung aufstiegen.
die bauwerke der maya haben hier einige auffällige dekorative merkmale, die man in anderen regionen nicht findet. der puc-stil zeigt im unteren bereich glatte mauern mit vorstehenden friesen und umlaufenden gesimsbändern, die reich verziert sind, vorwiegend mit geometrischen figuren aus steinmosaiken, jedoch auch mit chac-masken.
















wir haben noch gelernt, dass die mayas ein zahlensystem mit zahlen von 1-19 hatten, die sie mit hilfe von punkten und strichen darstellten. ein punkt steht für die zahl eins, ein strich für die zahl fünf.

weiter ging´s dann zum mittagessen nach campeche, eine stadt mit tollen kleinen häuschen, die alle in einer anderen farbe angestrichen sind. schön bunt!
das essen - ich hatte fisch mit reis und grüner tomatensoße mit mexikanischen gewürzen, leicht scharf - war einfach genial lecker!! ein neues getränk „horchata de coco“ hab ich dort auch entdeckt. unser reiseleiter hat das getrunken und ich musste es natürlich auch probieren, da ich cocos so gerne mag.
möchte man in méxico übrigens normale, rote tomaten essen, also solche wie wir sie gewohnt sind, dann muss man chi-tomaten kaufen. für einen mexikaner ist „el tomate“ nämlich eine grüne tomate.

campeche liegt am golf von méxico, wurde 1540 gegründet, diente einst als ausfuhrhafen und ist mit ihren 220 000 einwohnern die hauptstadt des gleichnamigen staates.

von campeche aus fuhren wir nach palenque, was etwa 4-5 stunden dauerte (unsre längste strecke am stück). morgen - naürlich wieder so früh wie immer - besichtigen wir hier in palenque die archäologische anlage und anschließend das la venta freilichtmuseum.




30.08.05

in palenque lebte früher der maya-häuptling pacal, der mit 12 jahren seine mutter ablöste. wie bei allen anderen mayaoberhäupten konnte man auch bei ihm die schädeldeformation auf. es galt als besonderes schönheitsideal, wenn man schielte. deswegen band man schon den kindern einen stein auf die nase.
pacal ließ die pirámide in palenque bauen, jedoch starb er mit 69 jahren (ziemlich alt für die zeit!) vor ihrer vollendung. pacals sohn chan bahlum (684-702) ließ sie jedoch zu ende bauen.
pakals leiche fanden die arschäologen am ende einer zick-zack-treppe in einem gebäude in palenque. neben ihm fanden sie zinober, das rot ist und an blut erinnert. die mayas schmierten ihre toten damit ein, weil blut leben bedeutet. damals galt das blut der zunge einer frau und das blut der genitalien eines mannes als heilig.

am eingang der arschäologischen anlage waren ganz viele stände, an denen weiß gekleidete lakandonen handwerkswaren verkauften. ich hab mir dort ein armband gekauft.

die vom regenwald umgebene mayastätte palenque liegt im staat chiapas. bei der ankunft der spanier, die die region im jahre 1525 erreichten und von der stätte keine kenntnis erhielten, hatte der urwald bereits von den gebäuden besitz ergriffen.

dem mexikanischen archäologen alberto ruz lhuillier gelang 1952 die bisher wichtigste entdeckung: im inneren des templo de las inscripciones (= inschriftentempel) stieß er auf einen steinernen sarkophag. bei der beigesetzten person handelt es sich um den priester-könig pacal (615-683), einer der angesehendsten herrscher innerhalb der mayadynastie von palenque.
der tempel selbst wurde zwischen 675 und 683 erbaut. über acht plattformen steigt die treppe steil hinauf bis auf eine höhe von 21m.

von der plattform vor dem tempel bietet sich eine großartige aussicht auf den gegenüberliegenden palast. der gran palacio befindet sich auf einem podest von 100 x 70m seitenlänge. ein 17m hoher turm, der möglicherweise als sternwarte diente, beherbergt in seinem oberen stockwerk einen altar.
manche fenster der gebäude sind in form eines T, symbol des windgottes ehecatl.

in den regenwäldern von chiapas wohnen heute immer noch lakandonen, indianer, die im einklang mit der natur und ihren göttern leben.










nach der besichtigung fuhren wir weiter zum mittagessen nach villahermosa. gut gesättigt ging es weiter ins „la venta freilichtmuseum“. auf einem ein kilometer langen weg waren etwa 30 steindenkmäler. was mich aber viel mehr interessierte waren die vielen tiere, die teils im gehege, teils frei herumliefen.
méxico ist das land mit der 3. größten säugetierartenvielfalt. wir sahen jaguare, einen scwarzen jaguar, nasenbären (frei!), spinnenaffen, brüllaffen (einer lief vor dem museum frei herum, ich glaub der ist weggelaufen ), schildkröten, krokodile, papageie und tukane.
den schwarzen jaguar fand ich besonders toll mit seinem samtigen fell. interessant ist, dass auch er flecken mit der gleichen form wie ein jaguar hat, nur dass die eben ton in ton sind. man erkennt sie aber teilweise durch unterschiedlichen glanz und unterschiedliche länge des fells.

in la venta gab es nur sehr, sehr viele moskitos. ein frecher vampir hat mich auch gleich in den hals gebissen und das obwohl ich mit autan eingerieben war! ernesto erzählte uns, dass moskitos auch durchaus nützlich sein können, da sie die kakaoblüten bestäuben. wenigstens etwas! *g*

in der reichen industriestadt villahermosa (380 000 einwohner) befindet sich das vom bekannten schriftsteller carlos pellicer cámara in einem großen park an der laguna de los illusiones angelegte museo parque la venta. die bei öhlbohrungen auf der insel la venta gefundenen skulpturen der olmeken wurden im museumspark in subtropischer vegetation so platziert, wie man sie am fundort entdeckt hatte.
zum park gehören auch ein zoo, der auch jaguare beherbergt, und eine riesige begehbare voliere mit papageien und tukanen.


zu abend gegessen haben wir in cuatzacualcos, wo wir auch übernachteten.




















31.08.05

von cuatzacualcos fuhren wir nach dem frühstück erstmal eine weile bis catemaco. dort machen wir kurz halt um die „iglesia del carmen“ anzuschauen.
auf wunsch der mehrheit machten wir noch einen abstecher zum eyepantla-wasserfall ganz in der nähe, bevor wir uns in san andres tuxtla in einer fabrik zeigen ließen wie zigarren hergestellt werden.
der wasserfall war richtig toll, weil die pflanzen außenrum so richtig tropisch aussahen (mit lianen und so). außerdem waren die wassertröpfchen recht erfrischend in der knallen sonne!
die zigarrenfabrik hingegen war für mich weniger interessant, aber es war trotzdem lustig zu sehen, wie die mexikaner aus der monotonen arbeit das beste rausholen (es läuft z.b. ganz laute mexikanische musik).









noch so ca. 2 stunden mussten wir mit dem bus fahren um in tlacotalpan unser mitagessen zu genießen. wir waren in einem wunderbaren restaurant, dessen spezialität fisch mit vierkäsesauce ist. hört sich komisch an, ich habs aber tatsächlich probiert und für sehr lecker befunden! die verschiedenen fischarten, die auf der speisekarte zu finden waren, wurden uns vor dem bestellen gezeigt. die zubereitung dauerte etwa eine halbe stunde. um auch ja keine zeit zu verlieren, machten wir in der zeit einen kleinen spaziergang durch die straßen von tlacotalpan, die auch wieder mit tollen bunten häusern eingerahmt sind.





danach ging es auch schon weiter nach veracruz, der größten hafenstadt des landes. sie liegt am golf von méxico und zählt 900 000 einwohner.
ernesto führte uns ein wenig herum, dann hatten wir etwa eine stunde freizeit. in dieser zeit hab ich gleich mal ein internetcafé aufgesucht und noch ein bissel die stände an der straße begutachtet.
im hotel in veracruz wurden wir richtig toll empfangen. es gab einen begrüßungscocktail, dazu häppchen, jeder bekam einen schlüsselanhänger geschenkt und währenddessen spielte ein mexikaner gitarre, ein anderer harfe, ein weiterer tanzte mit einer mexikanerin.
nach ein paar liedern forderten die zwei tänzer zweimal jemanden von unserer gruppe auf. beim zweiten mal war ich an der reihe…
also in méxico ist abends irgendwie immer halligalli. irgendwo spielt immer irgendwer ein instrument und singt vielleicht auch noch dazu. das hat schon flair!






01.09.05

der unterschied zwischen arm und reich ist in méxico ja ziemlich groß. gestern wo wir richtung veracruz gefahren sind war an der straße sehr sumpfig. trotzdem standen mitten im sumpf ganz viele kleine hütten mit wellblechdach. die haustüren standen offen. meist lebten in einem kleinen raum mindestens fünf menschen. von der tür aus ging ein steg aus alten autoreifen oder steinen und dünnen holzbrettern zur straße. eine frau und ihr mann standen an selbiger und verkauften wasserschildkröten. ein weiterer mann stand bis zu den knien im wasser, vermutlich um neue schildkröten zu fangen. da muss man schon echt dran denken wie gut es uns eigentlich geht!

heute ging es nach dem frühstück - wie immer pünktlich um 8 uhr - erstmal zwei stunden mit dem bus nach puebla (2 millionen einwohner). dort haben wir die kirche von santo domingo angeschaut. das taufbecken ist aus onyx, da es in puebla viel onyx gibt. in der kirche befindet sich ein großes tor - auch vergebungstor genannt -, das nur geöffnet wird, wenn der papst zu besuch kommt, was ungefähr alle zehn jahre passiert.
nach der besichtigung gingen wir zu mittag essen um danach noch etwas freizeit zu haben. puebla ist eine sehr schöne stadt, deren häuserfassaden mit kacheln verziert sind. überall findet man kleine stände mit handwerksarbeiten, aber auch geschäfte mit moderner kleidung. ich hab mir an so nem stand nen schönen schwarzen rock gekauft. so einen hab ich schon länger gesucht





ich merke immer wieder wie freundlich die mexikaner sind und wie sehr sie sich freuen, wenn man auch nur ein bissel spanisch mit ihnen spricht. ich werde auch immer wieder gefragt, wo ich das gelernt hab. das ist echt schön denen so ne freude zu machen! deswegen rede ich auch kontinuierlich spanisch mit ihnen, auch wenn manche auf englisch antworten (das kommt hauptsächlich in hotels vor).

pünktlich im bus, auf dem weg nach méxico city, begann es auch schon zu regnen. wir hatten echt glück (hier ist ja grad regenzeit, da kann es schon mal vorkommen, dass es fünf minuten richtig schüttet und danach wieder die sonne scheint). abends haben wir uns dann mit steffi und ihren eltern zusammengeschlossen um gemeinsam essen zu gehen. wir waren in einem italienischen restaurant, direkt neben einer metalkneipe, aus der so manche guten klänge zu uns rübergetragen wurden
nach dem essen sind wir noch ein bissel rumgelaufen um uns die gegend bei nacht anzuschauen. eine bar hat mich aufgrund ihrer deko besonders fasziniert, leider kamen die tollen lampen auf dem foto nicht so gut rüber.



da ja schon öfter von der gefiederten schlange oder auch quetzalcóatl die rede war, möchte ich euch heute einmal genaueres darüber erzählen. für präkolumbinische völker war quetzalóatl das symbol der fruchtbarkeit und des wassers. die aus dem náhuatl stammende bezeichnung setzt sich zusammen aus quetzal, was kostbare federn bedeutet, und cóatl, auf deutsch schlange.
für die bewohner von teotihuacán war quetzalcóatl die höchste gottheit. und schließlich übernahmen sie die „gefiederte schlange“ auch als höchsten titel ihrer herrscher.
im gesamten präkolumbinischen méxico verbreitete sich der kult um quetzalcóatl. so hieß dann auch der windgott der azteken.
nach den üerlieferungen war es der fünfte toltekenfürst ce-acatl (947-999), der sich quetzalcóatl nennen ließ und sein volk ins goldene zeitalter führen wollte. er wird als bärtig und hellhäutig beschrieben. als er von seinen untertanen gestürzt wurde, weil er beschlossen hatte, den menschenopfern zu entsagen, floh er richtung osten. in den überlieferungen heisst es, er werde eines tages vom meer zurückkehren um erneut zu herrschen. diese prophezeihung erleichterte hernán cortés seinen eroberungsfeldzug: hernán war bärtig, hellhäutig und er kam übers meer.
kukulcán wiederum ist die maya-übersetzung von quetzalcóatl. auch bei den mayas wurde kukulcán zum symbol des königtums. das ist der grund, warum man in der kunst chichén itzás überall der federschlange begegnet.





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